Mit Schnittmustern nähen

Hast du Lust, ein individuelles Kleidungsstück zu tragen, das man so nirgendwo kaufen kann? Mit einem Schnittmuster und den passenden Stoffen ist das Nähen eines besonderen Kleidungsstücks gar nicht schwer. Als Nähanfänger startest du am besten mit einem leichten Schnittmuster. Wir erklären dir Schritt für Schritt wie du Schnittmuster zum Nähen richtig verwendest.

Mit Schnittmuster nähen
Schnittmuster und Zubehör

Wir erläutern das Nähen mit Schnittmustern anhand des Schnittmusters 9357 von burda style für ein wunderschönes Babykleid.

1. Größe auswählen

Zunächst musst du anhand der Größentabelle die für dich passende Schnittgröße ermitteln. Diese kann von deiner Kleidergröße beim Kauf fertiger Kleidung abweichen. Die Größentabelle findet ihr normalerweise in der Nähanleitung oder auf dem Schnittmusterbogen. Es werden Brustumfang, Taillenumfang, Hüftumfang, Armlänge, Schulterbreite sowie die Körpergröße ausgemessen.

Lese dir die Nähanleitung in Ruhe durch und mach’ dich mit dem Schnittmusterbogen vertraut. Oft sind die Schnittmuster für mehere Größen ausgelegt. Für die verschiedenen Schnittgrößen werden dann auf dem Schnittmusterbogen unterschiedliche Linienarten, -farben oder Nummerierungen verwendet

In den Anweisungen zum Schnittmuster steht auch beschrieben, ob das Schnittmuster mit oder ohne Nahtzugabe ist. Falls es keine Nahtzugabe enthält, musst du später den Stoff mit einer Nahtzugabe ausschneiden. Unter der Nahtzugabe ist die Breite des Abstandes zwischen der eigentlichen Naht und der Schnittkante zu verstehen. Diese Zugabe variiert abhängig von der Stoffart und den Vorgaben zum Nähen. Meistens wird eine Nahtzugabe von 0,75 cm oder 1 cm empfohlen, bei einem Saum muss mehr Zugabe berücksichtigt werden.

2. Schnitt abpausen

Im Zuschneideplan erkennst du, welche Teile des Schnittmusterbogens du für ein Kleidungsstück verwenden musst. Als Einsteiger kannst du dir die Schnittlinien für deine Schnittgröße zuvor mit einem Filzstift markieren. Die Schnittteile werden mit Seidenpapier und einem Stift abgepaust. Der Schnittmusterbogen wird dazu ausgelegt und das Seidenpapier darüber ausgebreitet. Die benötigten Schnittteile werden dann in der passenden Größe abgezeichnet. Achte auch auf Markierungen auf den Schnittteilen und zeichne diese ebenfalls ab. Diese Markierungen zeigen dir, wo Knopflöcher oder Knöpfe angebracht werden, wo sich Nahtlinien befinden oder markieren das richtige Zusammenfügen zweier Stoffelemente.

Schnittmuster
Schnittmuster von burda style

Manche Schnittteile weisen einen Stoffbruch auf. Stoffbruch bedeutet, dass hier die Mitte eines Schnittteils ist und auf keinen Fall eine Kante oder Naht. Das Stoffteil wird später doppel so groß zugeschnitten. Der Stoffbruch bildet somit die Mittellinie. Liegt der Stoff doppelt so ist die Bruchkante des Stoffes der Stoffbruch.

Auf den Schnittmustern findest du auch eine Linie mit einer Pfeilspitze, der den Fadenlauf angibt. Zeichne diesen ebenfalls auf das Seidenpapier ab. Der Fadenlauf ist die Längsrichtung der Stoffbahn und beschreibt die Anordnung der Fäden eines Stoffes. Er ist wichtig, da ausgeschnittene Stoffstücke je nach Schnittrichtung eine unterschiedliche Elastizität aufweisen. Beim Weben eines Stoffes verlaufen die Kettfäden in Längsrichtung und der eingeschobene Schußfaden in Querrichtung. Der Fadenlauf entspricht dem Verlauf der Kettfäden und damit der Webkante des Stoffes.

3. Schnitteile ausschneiden

Nun werden die Einzelteile des Schnittmusters, die Schnittteile, ausgeschnitten. Verwende hierzu auf keinen Fall deine Stoffschere, da diese durch das Schneiden von Papier stumpf wird.

4. Schnittmuster auf den Stoff übertragen

Prüfe in der Nähanleitung, ob mit doppelter Stofflage zugeschnitten wird. Breite die benötigten Schnittteile, wie auf dem Zuschneideplan vorgegeben, auf dem Stoff aus und beachte dabei den Fadenlauf und das Stoffmuster. Mit Stecknadeln werden die Schnittteile auf dem Stoff fixiert.

Schnittmuster auf Stoff übertragen
Schnittmuster übertragen

Mit Hilfe von Schneiderkreide (oder einem Kopierrädchen) werden nun die Schnittteile auf den Stoff übertragen. Wenn die Nahtzugabe im Schnittmuster nicht enthalten ist, zeichnest du diese anschließend ebenfalls mit der Schneiderkreide auf dem Stoff ein, in dem du die eingezeichneten Stoffteile mit Hilfe des Maßbandes um die Nahtzugabe vergrößerst. Nun sind die Schnittteile und ggf. zusätzlich die Schneidelinie mit der Nahtzugabe auf dem Stoff gezeichnet.

5. Stoff zuschneiden

Entsprechend der Vorgabe in der Nähanleitung werden nun die Stoffteile entweder in einfacher oder doppelter Stofflage zugeschnitten. Verwende dazu eine Stoffschere. Mit einem Rollschneider und einem Lineal kannst du schöne gerade Kanten schneiden (z.B. für viereckige Stoffteile). Mit Stoffklammern kannst du problemlos auch mehrere Stoffschichten zum Zuschneiden oder Nähen fixieren. Damit ist das Nähen deines Kleidungsstücks nun vorbereitet.

6. Nähen

In der Nähanleitung wird beschrieben, wie du die Stoffteile mit deiner Nähmaschine zusammenfügst. Oft finden sich dort auch Illustrationen, die dir Schritt für Schritt zeigen, wie du vorzugehen hast. In einer guten Anleitung werden dir die verwendeten Begriffe wie “versäubern”, “steppen”, “zurückschneiden” und “verstürzen” erklärt.

Wir wünschen dir nun viel Freude bei der Umsetzung deines Nähprojekts.